Bier als Heilmittel

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Das meist konsumierte, alkoholische Getränk ist Bier und zählt zu den beliebtesten Getränken der Deutschen nach Mineralwasser und Fruchtsäften: Jeder Bundesbürger trinkt durchschnittlich 99,5 Liter jährlich. Es gilt jedoch neben seinem hervorragenden Geschmack auch als jeher als vielseitiges Heilmittel. Hildegard von Bingen und Paracelsus empfahlen Bier zur Wiederherstellung und Kräftigung der Gesundheit. Der Gerstensaft ist jedoch auch als Hausmittel bei Alltagsbeschwerden sehr bewährt: Die meisten Menschen kennen den Rat, ein warmes Bier bei Erkältungen oder Schlafstörungen zu trinken.

Weniger Herzinfarkt und Nierensteine

Nicht nur die Grundzutaten wie Wasser, Hopfen und Malz sind in Bier enthalten, sondern mehr als 1.000 (!) Inhaltsstoffe. Darunter sind nicht nur energieliefernde Kohlenhydrate, sondern auch Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Natrium und Phosphor Vitamin C und essentielle B-Vitamine. Immer mehr wissenschaftliche Studien belegen, dass sich maßvoller Bierkonsum wirklich gesundheitsfördernd auswirkt und auch Krankheiten möglicherweise vorgebeugt werden. Zu dem Schluss kommen gleich mehrere Untersuchungen, unter anderem die US-Universität Scranton in Pennsylvania. Laut diesen kann Bier das Herzinfarkt-Risiko um ein Drittel senken.
Den schützenden Effekt des Herz-Kreislauf-Systems erklären die Forscher damit, dass von dem „guten“ HDL Cholesterin die Blutgerinnung positiv beeinflusst wird und dadurch einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) vorgebeugt werden kann. Das Immunsystem kann ebenfalls durch Bier gestärkt werden, wie eine veröffentlichte Studie in der Fachzeitschrift „Annals of Nutrition and Metabolism“ zeigt. Bei dieser tranken Männer täglich zwei kleine Flaschen Bier (0,66Liter) und Frauen eine kleine Flasche Bier (0,33 Liter) am Tag. Die Abwehrzellen der Probanden waren nach 30 tagen aktiver und zahlreicher. Dies war vor allem bei den weiblichen Probanden zu beobachten.
Zudem ergab eine Studie an der Harvard School oft Public Healt, dass das Risiko für Nierensteine durch Bier deutlich reduziert wurde. Jedoch warnt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) daro, die Aussagen über die gesundheitsfördernde Wirkung von Alkohol zu verallgemeinern und überzubewerten. Auf spezielle Risikogruppen beziehen sich viele dieser Studien wie beispielsweise Senioren oder Herzinfarkt-Patienten. Dadurch haben diese keinerlei Aussagekraft auf gesunde Menschen. 

 

Maximal einen halben Liter täglich

Es ist auch wichtig zu wissen, dass sich in der Regel die in den Studien gefundene positiven Effekte auf einen moderaten Alkoholkonsum beziehen. Die DGE nennt die akzeptable Menge Alkohol bei 10 Gramm pro Tag für gesunde Frauen und 20 g/ Tag für gesunde Männer. Dies entspricht täglich einem viertel beziehungsweise einen halben Liter Bier. Antje Gahl ergänzt jedoch, dass sich diese Anhaben nicht als eine Aufforderung für regelmäßigen Alkoholkonsum verstehen lassen. Die in den Studien nachgewiesenen positiven Wirkungen stünden schließlich gegenüber den ungünstigen Effekten von Alkohol.
Langfristig kann vor allem regelmäßiger Alkoholkonsum zahlreiche negative Folgen haben. Nicht nur psychische Erkrankungen wie Alkoholabhängigkeit, Verwirrtheit oder andere, psychische Störungen zählen dazu, sondern auch physiologische Veränderung wie Krebskrankheiten (insbesondere Mundhöhlen-, Rachen-, Speiseröhren-, Brust-, Dickdarm- und Leberkrebs) wie auch Organschäden an Bauchspeicheldrüse, Nieren, Herzmuskel und Leber. Generell auf Alkohol verzichten sollten Menschen, die Medikamenten einnehmen, Schwangere, Stillende, Kinder, Jugendliche oder suchtgefährdete Personen.
Übrigens beim Beer Pong kann man drei nützliche dinge gleich vereinen. Zum einen ist man meistens beim spielen an der Frischen Luft, man trinkt bei einer Runde Beerpong rund 1/2 Bier (gerne auch Alkohol Frei) und drittens ist Bewegung im Spiel was wiederum die Ausdauer unterstützt kann.

 

Alkoholfreies Bier als Alternative 

Abgesehen vom Alkoholgehalt ist eine Alternative das alkoholfreie Bier. Vergleichbar ist dies von den Inhaltsstoffen mit „herkömmlichen“ Bier. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Eine minimale Restmenge an Alkohol enthalten auch als „alkoholfrei“ gekennzeichnete Biere und zwar bis zu 0,5 Volumenprozent. Dies entsteht aufgrund des Produktionsprozesses. Harald Seitz von aid infodienst für Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung warnt davor, dass diese für trockene Alkoholiker nicht geeignet sind. Alkoholfreies Bier sie auch nicht für Kinder oder Schwangere geeignet aufgrund des darin möglicherweise enthaltenen Restalkohols.

Ein Gläschen alkoholfreies Bier dürfen sich dagegen jedoch gesundheitsbewusste Menschen und Sportler gönnen. Es löscht aufgrund des hohen Wasseranteils von etwa 90 Prozent den Durst und der Körper kann schnell die darin enthaltenen Nährstoffe aufnehmen. Das alkoholfreie Bier gilt nicht umsonst als isotonisch. Das Getränk ist aufgrund seiner Zusammensetzung von Salzen genauso konzentriert wie die Körperflüssigkeiten. Besonders schnell lassen sich dadurch nach dem Sport Wasser- und Mineralstoffverluste ausgleichen. 

Dr. Johannes Scherr hat herausgefunden, dass gerade Marathonläufer von alkoholfreien Bier profilieren, denn aufgrund der körperlichen Überlastung leiden diese häufig an Infektionen und Entzündungen. Nach dem Lauf ließ der Sportmediziner aus München die Athleten drei Wochen sowohl vor und zwei Wochen nach dem Lauf täglich 1-1,5 Liter alkoholfreies Weißbier trinken, welches Polyphenole enthielt. Aus dem Bier wurde bei einer Vergleichsgruppe die immunstärkenden sekundären Pflanzenstoffe herausgefiltert. Die Anzahl der Atemwegsinfekte hatte sich unter dem polyphenolhaltigen Bier um mehr als das Dreifache gesenkt.

Für die alkoholfreie Variante spricht aber auch, die Anzahl der Kilokalorien. Im Durchschnitt hat alkoholhaltiges Bier etwa 42 Kilokalorien pro 100 Milliliter, die alkoholfreie Variante dagegen lediglich 25 Kilokalorien auf 100 Milliliter. Damit ist alkoholfreies Bier sogar noch „figurfreundlicher“ als die oftmals angepriesene Apfelsaftschorle. In einem Mischungsverhältnis von 1:1 mit Mineralwasser kommt dies auf 29 kcal / 100 ml, jedoch besitzt diese dafür mehr Vitamine und Mineralstoffe. Das Fazit von Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl ist somit, dass alkoholfreie Biere sich somit besser als Sportlergetränk eignen als alkoholhaltige Getränke. Jedoch sind diese nicht empfehlenswerter als Mineralwasser bzw. Fruchtsaftschorlen.