Trends in der Zellkultur: Ergebnisse der Fragebogenaktion
Rangliste der am häufigsten genutzten Zellen und Medien

Ziel der Befragung war es, die Zelllinien herauszufiltern, mit denen die Kunden der Biochrom AG tatsächlich arbeiten. Nur so kann das Unternehmen langfristig Forschung und Qualität auf Kundenanforderungen einstellen. „Wir haben uns über die große Resonanz gefreut. Viele Kunden haben sich die Mühe gemacht, detailliert auch ihre Wünsche für die Zukunft darzustellen. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Teilnehmern bedanken und versichern, dass wir die Ergebnisse für unsere Kunden nutzen werden“, erklärt Dr. Wolfgang Höckh, Vorstand der Biochrom AG.
Die Ergebnisse der Fragebogenaktion stehen nun fest. Für Zelllinien und Medien wurden Ranglisten aufgestellt. Demnach sind die am häufigsten eingesetzten Zelllinien HEK 293-Zellen, gefolgt von Hela und CHO-K1, sowie Fibroblasten, Tumorzellen und HUVEC als primäre Zellen. Zelllinien wie HEK 293 und CHO-K1 sind einfach zu kultivieren und zu transfizieren. Daher sind sie optimal geeignet zur Untersuchung von überexprimierten Proteinen. Für Versuche zum Verhalten von Zellen eignen sich dagegen eher Primärzellen wie beispielsweise Fibroblasten.
Der Favorit unter den Medien ist DMEM Medium, gefolgt von RPMI 1640, DMEM/Ham's F-12, MEM, Ham's F-12 und Medium 199. Da die Medienauswahl sich immer nach der verwendeten Zelllinie richtet, entspricht das Ergebnis den Erwartungen: Beispielsweise für HEK-293 Zellen empfehlen sowohl die Biochrom AG als auch die Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH (DSMZ) DMEM Medium zur Kultivierung.
Der eindeutige Trend beim Einsatz von Medien geht in die Richtung serumfreie, chemisch definierte Medien. Seren sind undefinierte Naturprodukte und unterliegen daher natürlichen Qualitätsschwankungen. Sie können neben wachstumsfördernden Stoffen auch unerwünschte Komponenten enthalten (z.B. Komplementsystem). Da Zellkulturen jedoch immer häufiger auch in der Medizin und zur Herstellung von Pharmazeutika eingesetzt werden, müssen unbekannte Einflüsse in der Kultivierung ausgeschlossen werden. Serumfreie Medien ermöglichen aufgrund ihrer definierten Medienzusammensetzung kontrollierte und reproduzierbare Studien.
Diesen Trend hat die Biochrom AG bereits aufgegriffen: Mit Biofreeze und Proxyferrin wurden zwei neue Produkte entwickelt, die diesen Anforderungen entsprechen. Biofreeze ist ein serumfreies Einfriermedium und kann als Ersatz für serumhaltige Einfriermedien verwendet werden. Proxyferrin ist ein Transferrinersatz. Es bindet Eisen- und Zinkionen ebenso gut wie Transferrin, hat aber den Vorteil, dass alle Komponenten chemisch definiert sind und nicht tierischen Ursprunges. Es kann in serumfreien, chemisch definierten Medien eingesetzt werden.

