Tochterfirma eröffnet: Biochrom Australia Pty Ltd.
Ohne Umweg zu den amerikanischen und asiatischen Kunden: FBS aus Australien

Die Biochrom AG ist ein europa- und weltweiter Lieferant von fötalem Rinderserum (FBS). In Melbourne (Australien) hat die Biochrom AG nun eine Sterilfiltration für FBS aufgebaut, um zukünftig den asiatischen und amerikanischen Markt direkt beliefern zu können, ohne den Umweg über Europa nehmen zu müssen. „Damit kommen wir unseren Kunden in Asien und Amerika entgegen und das in der bewährten Qualität der Biochrom AG“, erklärt Dr. Bernd Frenzel, Direktor der Niederlassung
Biochrom Australia Pty Ltd.
Der weltweite Bedarf an FBS ist in den letzten Jahren ständig gestiegen. FBS ist das meistverwendete Supplement in Zellkultursystemen. Es ist ein Nebenprodukt der Fleischindustrie und wird in Regionen mit extensiver Rinderhaltung gewonnen. Weitere Bezeichnungen sind auch Fötales Kälberserum (FKS) bzw. Fetal Calf Serum (FCS). Das FBS der Biochrom AG stammt vorwiegend aus Südamerika und Australien.
Die Biochrom AG führt australisches Rohserum ein und verarbeitet es in Deutschland gemäß den Vorschriften des Europäischen Arzneibuches. Mit der neuen Niederlassung kann nun zusätzlich FBS direkt in Australien sterilfiltriert und ausgeliefert werden. „In Australien wurde zugleich eine neue Technik etabliert: Die gesamte Verarbeitung erfolgt mit Einwegartikeln. Dadurch werden Kreuzkontaminationen ausgeschlossen und zugleich der Reinigungsaufwand minimiert“, erläutert Dr. Frenzel die Produktionsbedingungen in Australien.
Das australische Rohserum wird tiefgefroren an die Biochrom Australia Pty Ltd. in Melbourne geliefert. Nach Prüfung und Freigabe wird das FBS unter standardisierten Bedingungen aufgetaut und in einem 1000 Liter Container, ausgekleidet mit einem sterilen Einmalbeutel, gepoolt. Über eine mehrstufige Filter-Kaskade (bis 0,1 µm) wird das Serum in einen sterilen 1000 Liter Bag filtriert und aus diesem in gammasterilisierte Biochrom-Flaschen abgefüllt (Reinraum, Klasse A).
Vor Freigabe für den Verkauf wird eine Vielzahl chemischer und physikalischer Parameter für die Qualitätskontrolle analysiert. Das filtrierte Serum wird auf seine Sterilität und mögliche Kontaminationen mit Mykoplasmen hin untersucht. Außerdem erfolgt die Prüfung der Seren auf Ausschluss von Bovinem Virusdiarrhoe-Virus (BVD-MD), Bovinem Herpesvirus Typ1 (BHV-1) und Parainfluenzavirus Typ 3 (PI3). Dafür werden die Seren mit dem Virus-Neutralisationstest auf Antikörper gegen die erwähnten Viren überprüft. Auch die Tests auf Zytopathogenität, Hämadsorption und Immunperoxidase-Färbung müssen negativ ausfallen, bevor das Serum freigegeben wird. Die Seren werden für die Kunden an verschiedenen Zelllinien getestet.

